Glasmalerei (Auswahl)

 

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Werkbeschreibung

   
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    Nürnberg. Buchenbühl. Kath. Kirche Maria Hilf    
         
   

Der freudenreiche Rosenkranz

Einer Perle aus dem Rosenkranz gleich umschließen graue Felder den kostbaren Inhalt der freudenreichen Geheimnisse. Gold bzw. Goldgelb gehört zu den Farben der mittelalterlichen Übertragung, die wir heute noch am leichtesten verstehen können. Gold oder Goldgelb vermitteln Glanz und Festlichkeit. In der Symbolik der christlichen Heilsbotschaft spiegeln sie das göttliche Licht und die Offenbarung des Hl. Geistes, der Maria die frohe Botschaft überbringt und sie selbst mit dem göttlichen Geist erfüllt. In der Hülle des Lichtes, da niemand zukommen kann (Tim. 6,16), vollzieht sich im Scharlachrot die Freude des Lebens. In einigen safranfarbigen Feldern kündigt sich zudem die Symbolfarbe der himmlischen Liebe Gottes zu den Menschen an, die mit der Menschwerdung Christi eingeleitet wird. Wie aber lässt sich in solch frohgestimmter Thematik ein grauer Rahmen interpretieren? In differenzierender Beobachtung erkennt man schnurartige Verbindungen mit dem Bildprogramm des glorreichen Zyklus. Sie hebt den Zusammenhang von der Menschwerdung Christi und seiner Auferstehung hervor.

   
         
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Der glorreiche Rosenkranz

Im Gegensatz zur kreishaften Farbform des freudenreichen Geschehens zeigen die fünf Fensterbänder des glorreichen Rosenkranzes jedes für sich eine aufstrebende Bewegungsfolge. Grautöne in allen Facetten, von tiefem Dunkelgrau bis zum zarten Lichtgrau, bestimmen die farbliche Komposition. Aus der Farbenwelt der christlichen Liturgie vermittelt die Abstimmung von Anthrazit zum lichten Grau den Weg in die Auferstehung: in das Schwarz des Todes mischt sich das Weiß des Lichtes und der Wahrheit.Verschiedene Brauntöne, darunter Purpurbraun, sind vereinzelt eingefügt. In den Brauntönen tritt noch die Sündenlast hervor, die durch Christi Tod genommen wurde. Purpurbraun kündet von der Bedeutung Mariens als Mutter der Kirche, die Christus, der Sohn, in den Himmel aufgenommen hat. Deutliche Varianten von Rot heben den thematischen Bereich um Christi Auferstehung und Himmelfahrt und die Sendung des Hl. Geistes hervor. Rot in seinen verschiedenen Abtönungen erzählt als Farbe des Feuers vom Opferblut Christi und von der feurigen Liebesgewalt des Hl. Geistes. Bei besonderem Lichteinfall nehmen die grauen Töne einen grünlichen Farbklang an. Die Grüntönung im letzten Fensterfeld, das die Krönung Mariens im Himmel behandelt, assoziiert Neubeginn. Im 13. Jh. war Grün die Farbe des Hl. Geistes, der neues Leben schenkt. Grün ist das Zeichen der Kraft Gottes, die in Maria und Christus wirkt und beide verbindet.

   
         
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Der schmerzhafte Rosenkranz

Als größte der drei Verdichtungen hebt die abstrakte Thematisierung des schmerzhaften Rosenkranzes und zugleich die des Kreuzwegs in Grau und Braun an. Die Passionsfarbe Christi strömt in tiefem Violett über die Stationen der Kreuztragung hinweg und steigt in der diagonalen Täfelung wie ein Schmerzensschrei auf. Zuvor deutet ihre schachbrettartige Gliederung das Kreuz selbst an. Rote Felder leuchten als Opferblut Christi auf und treten nach oben in einer offenen Spirale aus, als bekrönten sie das dramatische Farbgebilde bereits in der Glorie der Auferstehung. Wie bei den gegenüberliegenden lässt sich auch hier das gerundete Formprogramm mit den dunklen Feldern, die bandartig über das Leidgeschehen weiterführen, als weiteren Teil der Rosenkranzkette interpretieren. Darüber erhebt sich in Blau- und Rottönen eine stilisierte Rose. In der christlichen Ikonographie gilt sie als Sinnbild der Mutter Jesu. Als Namensgeberin der Kirche erinnert sie an die Worte Papst Johannes Paul II. Den Rosenkranz beten ist tatsächlich nichts anderes, als mit Maria Christus zu betrachten. In seinem apostolischen Schreiben ROSARIUM VIRGINIS MARIAE erläutert Johannes Paul II: Maria legt den Gläubigen unaufhörlich die Geheimnisse ihres Sohnes vor, mit dem Wunsch, dass sie betrachtet werden, auf dass sie ihre erlösende Kraft ausströmen können. Beim Beten des Rosenkranzes kommt die christliche Gemeinde mit dem Andenken und dem Blick Marias in Einklang.

   
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